Eberkopf Wendisch Evern-
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Brauchen wir wirklich eine neue Autobahn???? Vortrag von Professor Dr. Pez am 12. Mai 2005 in der Mehrzweckhalle in Wendisch Evern
Am Ende seines Vortrages machte Professor Pez den Zuhörern wenig Hoffnungen, dass sie einen Bau der Autobahn 39 verhindern könnten.
Der Bau der Autobahn ist von Politikern beschlossen und die können auch durch die besten Argumente nur schwer umgestimmt werden. Hören Sie sich mal Aussagen von Politikern an: „Wie ich schon immer gesagt habe,...“ ist ein dauernd wiederkehrender Satz, mit dem wohl die eigene Zuverlässigkeit betont werden soll.Man kann diesen Standardsatz natürlich auch anders auslegen: Ich habe mich seit langem nicht informiert!oderNeue Erkenntnisse interessieren mich nicht!oderIch habe keine Lust, mir weitere Gedanken zu machen!
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Hier die Ergebnisse einiger Untersuchungen zur wirtschaftlichen Auswirkung von Autobahnen
(nach dem von Prof. Pez zur Verfügung gestellten Informationsblatt):
Autor, Jahr und Titel: Ergebnis:
Schröder, 2004: Jobmaschine Straßenbau?Förderung nicht erkennbar
Gather u.a., 2003: Regionale Effekte der Fernstraßeninfrastruktur ... Autobahnbau gefährdet lokal Arbeitsplätze, weil das Zielgebiet von außen besser erreicht wird.
Junesch, 1996: Untersuchungen zur Bedeutung der Verkehrserschließung für Standortqualitäten Andere Faktoren als die Verkehrserschließung spielen eine wesentlich wichtigere Rolle! Wirtschaftswachstum hängt nicht mit dem Ausbau der Verkehrswege zusammen.
Aberle/Hemmer, 1987: Verkehrsinfrastrukturinvestitionen und Regionalentwicklung in Süd-Italien Kein signifikanter Zusammenhang zwischen Straßenausbau und wirtschaftlicher Entwicklung.
Baum/Graf, 1987: .... Standortwahl und Verkehrsinfrastrukturinvestitionen ....Keine Bestätigung für die Vermutung, dass Straßenausbau die Siedlungsstrukturen beeinflusst.
Kesselring, 1982: Straßennetzausbau und raumwirtschaftliche Entwicklung ... Kein Zusammenhang zwischen Straßenausbau und Anzahl der Arbeitsplätze. Großräumiger Straßenausbau fördert eher die schon vorhandenen Zentren.
Lutter, 1980: Raumwirksamkeit von Fernstraßen Der Fernstraßenbau hat keine großräumige Wirkung mehr. Fernstraßen verstärken den „Sogeffekt“ auf die ländlichen Räume - ziehen Arbeitsplätze ab!
Frerich, 1974: Fernstraßenbau beeinflusst das regionale Wirtschaftswachtum kaum.
Fazit: Für eine Industrieansiedlung ist die Höhe der Löhne und der staatlichen Subventionen wesentlich bedeutsamer als der Straßenausbau. Politiker benutzen Argumente, die vor 100 Jahren richtig waren, die heute aber nicht mehr gelten!
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