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Kriegsende
auf dem Timeloberg |
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Heute
erinnert ein schlichter Feldstein an das faktische Ende des
Zweiten Weltkrieges in Wendisch Evern. Am Ende des Feldweges zum
Timeloberg ist 1995 das Denkmal errichtet worden. Der Stein steht
einige hundert Meter von der Stelle entfernt, an der Montgomery
1945 die Kapitulation entgegennahm. Der genaue Ort liegt etwa 500
m südöstlich auf dem Gelände des (unzugänglichen)
Truppenübungsplatzes. Er ist vollständig mit jungen
Bäumen bewachsen und im Gelände nicht mehr zu erkennen.
- Das linke Bild zeigt die
Original-Inschrift. Es ist nicht mehr aktuell. Im Jahr 2002 haben
merkwürdige Menschen die Inschrift zerschlagen. Der Stein
wurde deshalb herumgedreht und der selbe Text auf der
unbeschädigten ehemaligen Rückseite angebracht.
- Hier
neue Bilder
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zu
Victory Hill |
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Wendisch Everner Kinder am Timelo-Stein
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- Bereits mehrmals war der
„Timelostein“ der Startpunkt für den
„Zeitlos-Lauf“.
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- Aktive Wendisch Everner Bürger
haben ihn organisiert, um damit an die Ereignisse des 2.
Weltkrieges zu erinnern und zu aktivem Einsatz gegen Gewalt
aufzufordern.
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- Mehr durch einen
„Regieeinfall“ des englischen Feldmarschalls
Montgomery als aus militärischen Erwägungen ist in der
Gemarkung Wendisch Evern praktisch das Ende des Zweiten
Weltkrieges besiegelt worden. Die Zusammenhänge sind
ausführlich nachzulesen in: Pless, Helmut C.: Lüneburg
45, Lüneburg, 1982 (Verlag der Landeszeitung)
-
- Die britischen Streitkräfte
hatten bereits einen Korridor bis zur Ostsee besetzt. Etwa von
Wismar bis Dömitz an der Elbe war eine Front gegen die
vorrückenden Russen entstanden und von Lübeck bis
Hamburg eine Front gegen die deutschen Streitkräfte.
- Der Befehlshaber Montgomery
hatte sein Hauptquartier nach der Einnahme Lüneburgs am
18.4.45 zunächst auf einem Bauernhof (Knacke) in Oedeme
aufgeschlagen.
Am 3. Mai trifft die deutsche Verhandlungsdelegation (unter der
Führung des von Hitlernachfolger beauftragten
Generaladmirals v. Friedeburg) in Häcklingen (Villa Möllering) ein. Sie wird auf den Timeloberg zu Montgomery weitergeleitet. Generaladmiral v. Friedeburg
bietet die Übergabe der drei deutschen Armeen an, die in
dem Gebiet operieren.
Montgomery
fordert die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen
in Holland, Nordwestdeutschland und Dänemark, andernfalls
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- der Krieg fortgesetzt würde. Er setzt einen Termin bis zum
nächsten Abend.
„Montgomery ist sicher, daß
die Deutschen sich unterwerfen würden. Stets auf Wahrung des
englischen Pretsiges und seine persönliche Publicity
bedacht, trifft er Regie-Anweisungen für den nach seiner
Meinung nötigen Rahmen des Kapitulationsaktes: er bestimmt
den zum Feldherrnhügel wie geschaffenen Timeloberg zwischen
Deutsch- und Wendisch Evern zum Ort des Kapitulationsabschlusses.
Dort läßt er ein großes Armeezelt aufstellen. In
einer Pressekonferenz am 4. Mai um 17.00 Uhr unterrichtet er die
Journalisten von Zeitung und Rundfunk über das bevorstehende
Ereignis. Er fordert sie auf, Zeugen der geschichtlichen
Zeremonie zu sein.“ (Pless)
-
- Die
Unterzeichnungs-Zeremonie begann um 18.00 Uhr. Montgomery
unterschrieb um 18.30 Uhr als Letzter. Am Tag darauf, am 5. Mai
um 8.00 Uhr trat die Kapitulation endlich in Kraft. Er setzt irrtümlich das Datum vom
5. Mai darunter
(Kapitulationsurkunde
aus dem Bundesarchiv).
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Hintergrund:
Dass der Timeloberg zu diesem besonderen Ort wurde, hat keine
militärische, sondern eine menschliche Vorgeschichte.
General Montgomery hatte, wie sein eigener Bruder später
sagte, Züge eines Showmans. Kritiker bezeichnen ihn auch als
prahlerisch und arrogant. In einer englischen Internet-Seite wird
dieser kaum zu erkennende Hügel als „ein die
Lüneburger Heide beherrschender Berg“ bezeichnet –
das passt dazu. Mit weniger mochte Field-Marshal Montgomery sich
nicht zufrieden geben (damit soll nicht die Leistung von
Montgomery kleingeredet werden. Es soll aber zeigen, dass auch
hier eher kleine menschliche Eigenschaften eine Rolle spielen!).
Montgomery hatte einen ausgeprägten Sinn dafür, sich in
Szene zu setzen. Ihm war wichtig, dass das englische Prestige
gewahrt und seine eigene Publicity gestärkt würde. Der
Timeloberg war damals noch nicht so stark bewachsen. Man hatte
nach allen Seite eine relativ freie Sicht. Er konnte also gut als
„Feldherrnhügel“ dienen. Durch die Wahl des
Timelobergs zum Ort der Kapitulation sorgte Montgomery dafür,
dass die deutsche Delegation auf auf einem langen Weg zu ihm
heraufkommen musste. Einen anderen Grund für die Wahl des
Ortes gibt es nicht – mit Strategie hat das nichts zu tun,
wohl aber mit Psychologie. |

Ehemalige „Möllering-Villa“ - später Klinik - zwischen Häcklingen und Rettmer. Am 3. Mai 1945 Hauptquartier des Generals Dempsey.
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Ausführlicher Text mit Bildern zum Thema von „lostplaces.de“ - (Interessengemeinschaft für historische Militär-, Industrie- und Verkehrsbauten) |
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Sehr ausführliche Informationen mit vielen Bildern und dem Text der Kapitulationsurkunde als pdf-Datei (vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.). |
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- Victory Hill
- Der Timeloberg wird von den
Engländern später „Victory Hill“ genannt.
Montgomery lässt dort einen Gedenkstein mit einer Bronzeplatte
aufstellen.
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- Text auf der Platte:
- „Hier
ergab sich am 4. Mai 1945 bedingungslos eine Abordnung des
Oberkommandos der deutschen Wehrmacht dem Feldmarschall
Montgomery mit sämtlichen Land-, See- und Luftstreitkräften
in Nordwestdeutschland, Dänemark und Holland.“
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- Weil die Schriftplatte gestohlen
wurde, und weil den Engländern das Denkmal nicht genügend
geschützt erschien, mussten später mehrere Männer
aus Wendisch Evern auf dem Timeloberg Wache halten. Sogar der
damalige Bürgermeister Karl Basse wurde „persönlich
haftbar“ gemacht. 1958
ließ Montgomery das Denkmal abbauen und auf das Gelände
des Royal Military College in Sandhurst versetzen.
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Das Denkmal, das bis 1958 auf
dem Timeloberg stand. Jetzt steht es in der Militär-Akademie
in Sandhurst. Das Bild stammt von der
Sandhurst-Internet-Site.
Information
unter: sandhurst.mod.uk/tour/statmems.htm
- The Lüneburg Heath Memorial
Montgomery
chose as the site for the final surrender a hill called the
Timeloberg that dominated the area of the Lüneburg Heath. |
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Die
alte, jetzt zerschlagene Vorderseite (Rückseite) |
Die
neue Vorderseite (Sommer 2002) |
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